Vier Eingänge. Vier Ausgänge. Galvanisch getrennt mit 3750 Vrms. Kleiner als eine Kreditkarte.
Das ist die IoTextra-Familie von Make Things Happy. Modulare Automatisierungsplatinen, die mit ESP32, Raspberry Pi RP2350 und Seeed Studio XIAO arbeiten — ohne dass du für jeden Anwendungsfall eine neue Platine entwerfen musst.
Wer schon einmal ein Relaisboard an einen ESP32 gelötet, eine Spannungsversorgung improvisiert und danach drei Tage EMV-Probleme gejagt hat, weiß: Das klingt einfach. Ist es nicht.
IoTextra geht das anders an. Nicht mit einem weiteren All-in-One-Board, das genau eine Sache halbwegs kann. Sondern mit einem Baukasten. Du wählst die MCU. Du wählst das I/O-Modul. Du verbindest beides. Fertig.
Sechs Varianten gibt es — von reinen Digital-I/O-Platinen über Treiberstufen mit Darlington-Transistoren bis zu Kombi-Modulen mit 18-Bit-Analogeingängen. Alle im gleichen 56×47-mm-Format. Alle mit der gleichen galvanischen Trennung. Und alle mit einem Software-Stack, der von Tasmota über Node-RED bis Home Assistant reicht.
Was das für Maker, Smarthome-Bastler und industrielle Anwendungen bedeutet — und wo die Grenzen liegen: das hier.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist IoTextra?
- Die sechs Varianten im Detail
- MCU-Module: ESP32-S3, RP2350, XIAO und mehr
- Software: IoTflow, Tasmota, Home Assistant, Node-RED
- Anwendungen: Was du damit bauen kannst
- Open Source: Platinendesigns, Lizenzen und Community
- Preis und Verfügbarkeit
- IoTextra im Vergleich: Olimex, Sonoff, Shelly
- FAQ
Kurzantwort
Modulare I/O-Platinen mit 4 Ein- und 4 Ausgängen, galvanisch getrennt: IoTextra von Make Things Happy. Kompatibel mit ESP32, RP2350 und XIAO. Kurz gesagt: iotextra modular automation boards with 4 inputs, 4 outputs work with ist vor allem dann relevant, wenn du schnell verstehen willst, was konkret dahinter steckt, welche Grenzen es gibt und welche Entscheidung daraus folgt. Die Details, Quellen und Einschränkungen stehen in den folgenden Abschnitten.
Was ist IoTextra?
IoTextra ist eine Familie modularer Trägerplatinen — sogenannter Carrier Boards — für die Industrie- und Gebäudeautomation. Entwickelt von Make Things Happy, einem Unternehmen, das vorher unter dem Namen Bokra bekannt war und unter anderem das IoThing Digital 300V I/O-Board auf den Markt gebracht hat.
Die Grundidee ist so einfach wie sinnvoll: Du hast eine kompakte Basisplatine mit vier galvanisch getrennten Eingängen und vier Ausgängen. Darauf steckst du — horizontal oder vertikal — ein MCU-Modul deiner Wahl. Kein Löten, kein Steckbrett, keine improvisierte Spannungsversorgung.
Jeder Kanal ist mit 3750 Vrms galvanisch getrennt. Das ist kein Marketing-Wert — das entspricht dem, was du in speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) findest. Wenn auf Kanal 1 die 230V-Pumpe hängt und auf Kanal 4 ein empfindlicher Sensor, dann stört das den Sensor nicht. Punkt.
Die Platinen messen 56×47 mm — das Mezzanine-Format, das auch andere Embedded-Systeme nutzen. Sechs Varianten decken unterschiedliche Bedürfnisse ab, von einfachen Schaltaufgaben bis zu präzisen Analogmessungen. Die Eingänge sind für Spannungen bis 36 VDC ausgelegt, was sie auch in 24V-Industrieumgebungen einsetzbar macht.
Dass Make Things Happy alle Designs als Open-Source-Hardware auf GitHub veröffentlicht — 131 Commits, dokumentierte Revisionen pro Modul — ist der Unterschied zwischen einem brauchbaren Produkt und einem, dem du langfristig vertrauen kannst. Wenn der Hersteller morgen verschwindet, kannst du die Platinen trotzdem nachbauen. Oder anpassen.

Die sechs Varianten im Detail
Zum Start stehen sechs IoTextra-Module bereit — in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Die vier digitalen Octal-Varianten bilden das Kernsortiment:
IoTextra Octal — 4 Eingänge, 2 Transistorausgänge, 2 Relais (SPST). Die Standardkarte. Lieferbar, Preis bei etwa 15,50 bis 23,00 US-Dollar. Gut geeignet für einfache Steuerungsaufgaben, bei denen du ein paar Dinge schalten und ein paar Sensoren abfragen willst. Zum Beispiel: zwei Magnetventile, eine Pumpe, dazu vier Füllstandssensoren.
IoTextra Octal2 — 4 Eingänge, 4 Darlington-Transistorausgänge. Lieferbar. Das ist die Wahl, wenn du keine Relais brauchst, aber schnell schaltende Ausgänge. Darlington-Transistoren können höhere Ströme treiben als normale GPIO-Pins. Denk an Schrittmotoren, PWM-gesteuerte Lüfter oder LED-Streifen.
IoTextra Octal3 — 4 Eingänge, 4 bistabile Relais (DPDT). Startet in Kürze. Bistabile Relais — auch Latching Relays genannt — haben einen entscheidenden Vorteil: Sie brauchen nur beim Umschalten Strom. Danach halten sie ihre Position ohne Energieaufnahme. Für batteriebetriebene Anwendungen oder Systeme, bei denen der Standby-Verbrauch zählt, ist das ein echter Hebel.
IoTextra Octal4 — 4 Eingänge (ISO1211), 4 SPST-Relais. Muster verfügbar. Der ISO1211 ist ein digitaler Eingangsisolator von Texas Instruments, der speziell für industrielle 24V-Signale entwickelt wurde — präziser und schneller als klassische Optokoppler.
Dazu kommen zwei Kombi-Module, die analoge und digitale Funktionen mischen:
IoTextra Combo2 — 4 Analogeingänge (18-Bit Microchip ADC) plus 2 Relais plus 2 isolierte Ausgänge. Muster verfügbar. 18 Bit Auflösung. Das ist kein Spielzeug — das reicht für präzise Temperaturmessungen mit PT100, Druckmessungen oder Durchflusssensoren. In der Gebäudeautomation misst du damit Heizkreistemperaturen, in der Landwirtschaft Bodenfeuchte und Tankfüllstände.
IoTextra Omni — 2 analoge plus 2 digitale Eingänge, 2 digitale Ausgänge, 2 Relais. Noch im Prototyp-Stadium. Das »Schweizer Taschenmesser« der Familie. Weniger Kanäle, aber alle Funktionen auf einer Platine.
Die Vielfalt ist kein Zufall. Make Things Happy hat offensichtlich verstanden, dass »ein Board für alles« in der Praxis »ein Board, das nichts richtig kann« bedeutet. Stattdessen: vier klar abgegrenzte Digital-Module plus zwei Spezialisten. Du nimmst genau das, was dein Projekt braucht.
MCU-Module: ESP32-S3, RP2350, XIAO und mehr
Die IoTextra-Platine allein tut nichts. Du brauchst ein MCU-Modul, das auf den HOST-Connector gesteckt wird. Make Things Happy verkauft dafür die IoTsmart-Serie — kleine SoM-Carrier (System-on-Module), die auf bewährten Drittanbieter-Boards basieren.
Im Angebot sind aktuell:
- IoTsmart ESP32-S3 (ca. 7–11 US-Dollar): Basierend auf dem Waveshare ESP32-S3 Zero. Dual-Core Xtensa LX7, WiFi 4, Bluetooth 5 LE, bis zu 240 MHz. Der Allrounder für die meisten Anwendungen.
- IoTsmart RP2350A (ca. 7–10 US-Dollar): Basierend auf dem Raspberry Pi RP2350. Zwei Arm Cortex-M33- und zwei Hazard3-RISC-V-Kerne, wahlweise nutzbar. Wer eine MCU ohne WiFi braucht oder das RP2350-Ökosystem nutzen will, findet hier eine passende Option.
- IoTsmart ESP32-C6 (basierend auf Waveshare ESP32-C6 Zero): RISC-V-Single-Core, WiFi 6, Bluetooth 5 LE, Thread/Zigbee-Unterstützung. Spannend für Matter-basierte Smarthome-Projekte.
Außerdem gibt es Kompatibilität zu Seeed Studio XIAO-Boards und Raspberry Pi PICO-kompatiblen Modulen.
Wer bereits einen Raspberry Pi 5 oder einen anderen Einplatinencomputer im Projekt nutzt, kann die IoTextra-Platinen über GPIO anbinden — allerdings nicht direkt als HAT, sondern über die serielle Kommunikation des HOST-Connectors. Für die direkte Steuerung per GPIO sind die IoTsmart-Module der einfachere Weg, da sie mechanisch und elektrisch auf die IoTextra-Platinen abgestimmt sind.
Das MCU-Konzept ist ein kluger Schachzug. MCU-Module und I/O-Boards altern unterschiedlich schnell. Ein ESP32-S3 ist in drei Jahren vielleicht überholt, aber eine gut designte Relaisplatine mit galvanischer Trennung hält ein Jahrzehnt. Bei IoTextra tauschst du nur das MCU-Modul — die I/O-Platine bleibt.
Software: IoTflow, Tasmota, Home Assistant, Node-RED
Hardware ist die eine Seite. Ohne Software ist sie ein Briefbeschwerer.
IoTextra zielt auf mehrere Software-Ökosysteme gleichzeitig — und das ohne Hersteller-Lock-in:
IoTflow ist das hauseigene Framework von Make Things Happy. Es beschreibt sich selbst als »leichtgewichtige Orchestrierungsschicht«, die Automatisierung über IoTextra-I/O-Module und verteilte MCU-Knoten vereinheitlicht. Die Kommunikation läuft über MQTT, die visuelle Programmierung über Node-RED. Der entscheidende Punkt: Du baust eine Automatisierung einmal als Node-RED-Flow und skalierst sie dann von einem einzelnen Gerät auf ein Netzwerk mit Dutzenden Knoten — ohne die Firmware jedes Geräts neu zu schreiben.
Ein Hackster.io-Projekt beschreibt IoTflow als Brücke zwischen »Proof-of-Concept« und »Multi-Device Industrial Automation« laut Hackster.io. Kein separates Engineering-Team nötig, keine proprietäre Middleware.
Tasmota wird über die Blakadder-Template-Datenbank unterstützt. Das Template für das IoTextra Relay2 ist dort seit Ende 2025 gelistet und dokumentiert die Pinbelegung für vier Relaiskanäle plus Eingänge. Tasmota-Nutzer können die Platinen direkt über MQTT in bestehende Setups einbinden — wer bereits mit Tasmota auf Sonoff- oder Shelly-Geräten arbeitet, muss nichts umlernen.
Blynk ergänzt das Angebot für Nutzer, die eine Cloud-basierte Lösung mit Smartphone-App bevorzugen. Blynk bietet vorgefertigte Widgets und eine Drag-and-Drop-Oberfläche — weniger flexibel als Node-RED, aber schneller eingerichtet.
Die Kompatibilitätsmatrix ist nicht für jede Board-Variante vollständig — das gibt Make Things Happy offen zu. Auf GitHub findest du eine Tabelle, welches Board mit welcher Software wie gut läuft. Octal und Octal2 sind am umfassendsten unterstützt; Combo2 und Omni haben teilweise noch Lücken in der Tasmota-Integration.
Anwendungen: Was du damit bauen kannst
Die Zielanwendungen, die Make Things Happy selbst nennt, sind breit gestreut. Drei Szenarien zeigen die Bandbreite:
Industrielle Automation. Transistorausgänge steuern Start-/Rückwärtssignale an einem Frequenzumrichter, Relais schalten eine Signalleuchte oder eine elektromagnetische Bremse. Die galvanische Trennung isoliert die Steuerlogik von der Leistungselektronik — ein Muss, wenn 400V-Motoren im Spiel sind.
Smart Agriculture. Eingänge überwachen Wasserstände in Tanks. Relais aktivieren Bewässerungsventile mit einem kurzen Impuls und halten sie dann — dank bistabiler Relais im Octal3 — ohne Energieaufwand offen. Für Solar-betriebene Feldinstallationen ein relevanter Faktor.
Smart Home. Eingänge lesen Tür- und Fensterkontakte, Taster oder Bewegungsmelder. Relais steuern Rollläden, Tore oder Beleuchtung. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Smart-Home-Aktoren: Alle Kanäle sind auf einer Platine, du kannst sie zentral im Sicherungskasten montieren, und die bistabilen Relais merken sich ihren Zustand auch nach einem Stromausfall.
Für Maker, die eigene Platinen entwerfen, bieten die offenen Hardware-Designs zusätzlich die Möglichkeit, IoTextra-Module als Referenz zu nutzen und eigene Varianten abzuleiten — ein Vorteil, den kein geschlossenes System bietet.
Open Source: Platinendesigns, Lizenzen und Community
Das GitHub-Repository makethingshappy/IoTextra-Digital enthält alle Platinendesigns der digitalen IoTextra-Module — inklusive Input, Relay2, Octal, Octal2, Octal3, MOSFET2 und SSR Small. Jede Variante hat einen eigenen versionierten Ordner mit Schaltplänen, PCB-Layouts und Stücklisten.
Die Lizenzen sind nach Dateityp aufgeteilt: Quellcode unter MIT-Lizenz, Dokumentation unter CC-BY-SA-4.0, Hardware-Designs und Medien-Dateien jeweils unter CC-BY-4.0. Das ist sauber gemacht — besser als der »alles unter einer Lizenz«-Einheitsbrei, den man bei vielen Open-Source-Hardware-Projekten sieht.
131 Commits und regelmäßige Updates (letzter Commit »Add files via upload« vor vier Tagen, Stand Juli 2026) zeigen ein aktives Projekt, kein einmaliges Dump-and-Run. Der Maintainer »vs1k« reagiert auf Issues und nimmt Contributions an.
Ein kritischer Punkt: Die Dokumentation ist funktional, aber nicht üppig. SKU-Listen als PDF, README-Dateien mit Spezifikationen pro Modul — das deckt die Basics ab. Ausführliche Getting-Started-Guides, Troubleshooting-Seiten oder eine strukturierte Wissensdatenbank sucht man vergebens. Die Community ist klein. Wer gewohnt ist, dass ESPHome oder Tasmota jedes Problem schon dreimal durchdiskutiert haben, wird sich an die schlankere Dokumentation gewöhnen müssen.
Preis und Verfügbarkeit
Die Preise sind öffentlich und transparent — überraschend günstig für Hardware mit industrieller galvanischer Trennung:
| Komponente | Preis (ca.) |
|---|---|
| IoTextra Octal | $15,50 – $23,00 |
| IoTextra Octal2 | ~$15,50 |
| IoTextra Octal3 | noch nicht gelistet |
| IoTextra Octal4 | noch nicht gelistet |
| IoTextra Combo2 | noch nicht gelistet |
| IoTextra Relay2 (4-Kanal SPDT) | $15,00 – $18,00 |
| IoTextra Input (8-Kanal) | $15,50 |
| IoTsmart ESP32-S3 | $7,00 – $11,00 |
| IoTsmart RP2350A | $7,00 – $10,00 |
Ein vollständiges Setup aus einer IoTextra Octal-Platine und einem IoTsmart ESP32-S3-Modul kostet also zwischen 22 und 34 US-Dollar — plus Versand.
Vertrieben wird die Hardware über die Make-Things-Happy-Website und über Elecrow. Elecrow listet aktuell vier Produkte, darunter das Relay2-Modul für 15 Dollar und das Octal-Board für 23 Dollar. Die Produkte werden unter »Partner Seller« von MTH LLC geführt.
IoTextra im Vergleich: Olimex, Sonoff, Shelly
IoTextra existiert nicht im Vakuum. Drei relevante Alternativen:
Olimex PICO-EVB. Ebenfalls 4 Relais, 4 isolierte Eingänge — aber fest verdrahtet, nicht modular. Entwickelt für Raspberry Pi PICO-kompatible Boards. Preislich ähnlich, aber die MCU ist fix verdrahtet. Wer nur eine Steuerung braucht und weiß, dass es bei einer bleibt, ist damit gut bedient. Wer später von RP2040 auf ESP32 wechseln will, muss eine komplett neue Platine kaufen.
Sonoff (Tasmota). Die preiswerteste Option für einzelne Schaltkanäle. Ein Sonoff Basic kostet unter 10 Euro und kann per Tasmota geflasht werden. Für »eine Lampe schalten« die richtige Wahl. Aber: keine galvanische Trennung zwischen Kanälen, kein Industrie-Design, und bei vier Kanälen brauchst du vier separate Geräte mit vier Netzteilen und vier Gehäusen. Die Wartung wird mit jedem Gerät mühsamer.
Shelly. Solide Smart-Home-Relais ab etwa 15 Euro, mit offener API und guter Home-Assistant-Integration. Deutlich bessere Verarbeitung als Sonoff, integrierte Strommessung bei vielen Modellen. Aber auch hier: ein Relais pro Gerät, keine galvanische Trennung zwischen den Kanälen eines Mehrfachmoduls. Shelly Pro 4PM bietet vier Kanäle im Hutschienenformat — das ist die nächste Konkurrenz zu IoTextra Octal, allerdings ohne freie Wahl der MCU und ohne offene Hardware-Designs.
Entscheidungshilfe: Wann ist das sinnvoll?
Eher sinnvoll, wenn du iotextra modular automation boards with 4 inputs, 4 outputs work with nicht nur als Nachricht lesen willst, sondern eine praktische Einordnung brauchst: Was ändert sich, wen betrifft es und welche nächsten Schritte sind realistisch?
Eher abwarten, wenn die Quellenlage noch dünn ist, wichtige technische Details fehlen oder der Nutzen nur aus Hersteller- oder Projektversprechen besteht. Dann ist Beobachten besser als vorschnelles Umstellen.
Worauf du achten solltest: konkrete Verfügbarkeit, nachvollziehbare Kosten, offene Einschränkungen, Sicherheits- oder Datenschutzfolgen und belastbare Quellen statt bloßer Ankündigungen.
FAQ
Was kostet ein komplettes IoTextra-Setup? Ein funktionsfähiges System aus IoTextra Octal und IoTsmart ESP32-S3 liegt zwischen 22 und 34 US-Dollar. Dazu kommen Versand und ein 5V-Netzteil.
Brauche ich zwingend ein IoTsmart-MCU-Board? Nein. Der HOST-Connector kann über GPIO auch mit anderen MCUs kommunizieren. Die IoTsmart-Module sind aber mechanisch und elektrisch abgestimmt — der einfachste Weg.
Unterstützt IoTextra Home Assistant direkt? Home Assistant spricht MQTT. IoTextra-Platinen senden und empfangen über MQTT (via Tasmota oder IoTflow). Eine native Home-Assistant-Integration per ESPHome existiert noch nicht, wäre aber wegen der offenen Hardware-Designs umsetzbar.
Sind die Platinen für 230V-Schaltungen geeignet? Die Relais sind dafür ausgelegt, 230V-Lasten zu schalten — die Relaiskontakte haben entsprechende Spezifikationen. Die galvanische Trennung von 3750 Vrms liegt zwischen MCU-Seite und I/O-Seite, was die Steuerlogik bei 230V sicher isoliert. Trotzdem: Arbeiten an Netzspannung erfordert Fachkenntnis und geeignete Gehäuse.
Was genau bedeutet »galvanische Trennung mit 3750 Vrms«? Die Steuerseite (MCU) und die Feldseite (Eingänge/Ausgänge) haben keine elektrisch leitende Verbindung. Signale werden optisch oder magnetisch übertragen. 3750 Vrms ist die geprüfte Spannungsfestigkeit dieser Trennung — ein in der Industrieautomation üblicher Wert.
Gibt es deutsche Händler? Aktuell nicht. Make Things Happy verkauft direkt und über Elecrow. Beide versenden international.
Kann ich die Platinen selbst nachbauen? Ja. Alle Designs sind auf GitHub mit Hardware-Lizenzen (CC-BY-4.0) veröffentlicht. Du brauchst die Gerber-Dateien und einen PCB-Hersteller deiner Wahl. Bauteile sind konventionelle SMD-Komponenten.
Wann kommt das IoTextra Omni? Das Omni befindet sich noch in der Prototyping-Phase. Ein Veröffentlichungsdatum steht nicht fest. Wer die Kombination aus analogen und digitalen Kanälen sofort braucht, findet im Combo2 (Muster verfügbar) eine Alternative.
Lohnt sich IoTextra für ein einzelnes Smarthome-Projekt? Für »eine Lampe schalten« overengineered. Für »vier Rollläden plus vier Fensterkontakte zentral im Sicherungskasten« dagegen eine sauberere Lösung als vier separate Aktoren.
Fazit
IoTextra ist keine Revolution. Es ist etwas Besseres: durchdacht.
Die sechs Varianten ersetzen ein halbes Dutzend Einzelkomponenten durch ein System, das zusammengesteckt statt gelötet wird. Die galvanische Trennung ist ernst gemeint, keine Checklisten-Checkbox. Die Software-Seite ist kein proprietärer Lock-in, sondern offen genug, dass Tasmota, MQTT und Home Assistant ohne Klimmzüge funktionieren. Die Preise sind fair — für industrietaugliche Trennung sogar ausgesprochen günstig.
Aber die Grenzen sind real: Das Ökosystem ist jung, die Community überschaubar, die Dokumentation solide, aber nicht umfassend. Wer bei jedem Problem eine Forum-Diskussion mit zwanzig Lösungswegen erwartet, ist hier zu früh. Und wer nur ein einzelnes Relais schalten will, braucht das alles nicht — ein Shelly tut’s auch.
Für alle, die mehr als zwei Kanäle brauchen, ihre I/O-Logik sauber trennen wollen und auf offene Standards setzen: IoTextra ist einer der spannendsten neuen Bausteine im Maker-Universum. Steck es zusammen und schau, was passiert.
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Quellen
- CNX Software: IoTextra modular automation boards with 4 inputs, 4 outputs — Jean-Luc Aufranc, 20. Juli 2026
- GitHub: makethingshappy/IoTextra-Digital — Offizielle Platinendesigns und Dokumentation
- Hackster.io: IoTflow – Build Scalable IoT Automation with IoTextra Modules
- Blakadder Templates: IoTextra Relay2 — Tasmota-Konfiguration
- Elecrow: IoTextra Relay2 Produktseite — Preis und Verfügbarkeit
- Make Things Happy: IoTextra Produktübersicht — Herstellerseite

