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Datenschutz-Praxis: Standort-Tracking auf dem Handy reduzieren

Standortdaten verraten, wo du wohnst, arbeitest und Hilfe suchst. So schränkst du Ortungsdienste auf iPhone und Android ein und prüfst das Ergebnis.

Dein Standort ist mehr als ein Punkt auf einer Karte. Er verrät, wo du wohnst, wo du arbeitest, mit wem du dich triffst und wo du medizinische Hilfe suchst 1. Genau deshalb ist Standort-Tracking keine abstrakte Datenschutzfrage, sondern eine Einstellung, die du an deinem eigenen Gerät heute ändern kannst.

Dieser Artikel beantwortet eine konkrete Aufgabe: Wie reduzierst du Standort-Tracking auf deinem Smartphone in rund 30 Minuten, und wie prüfst du anschließend, ob es funktioniert hat? Du bekommst konkrete Einstellungen für iPhone und Android, einen Kontrolltest und eine Checkliste, mit der du einschätzt, ob ein Gesetz oder eine App deine Standortdaten wirklich schützt.

Kurzantwort

Standortdaten verraten, wo du wohnst, arbeitest und Hilfe suchst. So schränkst du Ortungsdienste auf iPhone und Android ein und prüfst das Ergebnis. Kurz gesagt: datenschutz praxis ist vor allem dann relevant, wenn du schnell verstehen willst, was konkret dahinter steckt, welche Grenzen es gibt und welche Entscheidung daraus folgt. Die Details, Quellen und Einschränkungen stehen in den folgenden Abschnitten.

Die Leseraufgabe: Tracking in 30 Minuten reduzieren

Bevor es an die Einstellungen geht, ein Hinweis, der den Rest des Artikels trägt: Dein Handy bestimmt den Standort nicht nur über GPS. Auch Mobilfunkzellen, WLAN und Bluetooth verraten deine Position. Im Mobilfunknetz lässt sich dein Standort auf wenige hundert Meter eingrenzen, per GPS auf wenige Meter 5. Wer Tracking wirksam reduzieren will, muss deshalb mehr tun, als eine einzelne App zu deaktivieren.

iPhone: Ortungsdienste eingrenzen

Öffne „Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Ortungsdienste". Dort steht pro App eine von drei Stufen: „Nie", „Beim Verwenden der App" oder „Beim nächsten Mal fragen". Stelle jede App, die deinen Standort nicht für ihre Kernfunktion braucht, auf „Nie". Eine Navigations-App braucht deinen Standort während der Fahrt; eine Taschenlampen-App braucht ihn in der Regel gar nicht. Wenn eine App nachträglich doch einmal deinen Standort braucht, fragt iOS bei „Beim nächsten Mal fragen" erneut nach 4.

Scrolle weiter zu „Systemdienste". Dort schaltest du „Wichtige Orte" aus, die Liste, mit der iOS deine häufig besuchten Orte speichert, um dir Vorschläge zu machen. Deaktiviere außerdem die ortsbasierten Dienste, die du nicht nutzt, etwa ortsbezogene Hinweise oder das Teilen deines Standorts mit Apple zur Produktverbesserung 4. Ein Pfeil in der Statusleiste zeigt dir, wann dein Gerät gerade auf den Standort zugreift; unter „Ortungsdienste" siehst du zusätzlich, welche App kürzlich zugegriffen hat.

Android: Standort, Verlauf und Werbe-ID begrenzen

Öffne „Einstellungen > Standort". Du kannst den Standortzugriff komplett ausschalten oder pro App auf „Nur während der Nutzung" oder „Nur dieses Mal" beschränken. Seit Android 12 kannst du beim Standortzugriff einer App zwischen „Genau" und „Ungefähr" wählen: Wähle für alles, was keinen metergenauen Standort braucht, „Ungefähr". Eine Wetter-App kommt mit dem Stadtgebiet aus; sie muss deine Hausnummer nicht kennen 4.

Drei Dinge sind auf Android leicht zu übersehen. Erstens der Google-Standortverlauf: Schalte ihn aus und lösche die gespeicherte Historie, damit kein lückenloses Bewegungsprofil weiterwächst. Zweitens die Werbe-ID: Unter den Google-Einstellungen zur Werbung kannst du die ID löschen und personalisierte Werbung abschalten. Drittens der Berechtigungsmanager: Unter „Standort" listet das System, welche Apps zuletzt zugegriffen haben, und das ist auch dein Kontrollpunkt für den späteren Test.

Die unsichtbare Ebene: Apps und Werbe-SDKs

Selbst wenn du der App selbst keinen Standort gibst, können eingebettete Werbebibliotheken, sogenannte SDKs, deinen Standort sammeln und weitergeben, sobald die App irgendeine Standortberechtigung besitzt. Eine Untersuchung der Electronic Frontier Foundation (EFF) hat mehrere Werbe-SDKs in Android-Apps identifiziert, die Standortdaten standardmäßig erfassen und in Werbesysteme einspeisen, aus denen Datenbroker sie weiterverkaufen 1. Die Standardeinstellung entscheidet hier über das Ergebnis: Wer als App-Entwickler die SDKs nicht prüft und unnötige Datenerfassung nicht abschaltet, leitet die Bewegungen seiner Nutzer ungewollt an Datenbroker weiter 1.

Für dich als Nutzer heißt das: Prüfe nicht nur die App selbst, sondern auch, was mitläuft. Apps, deren Werbe- und Tracking-Pakete du nicht nachvollziehen kannst, deinstallierst du besser, als ihnen den Standort freizugeben 4. Ein Blick auf die Liste der Berechtigungen ersetzt das Verständnis der SDKs zwar nicht, ist aber der billigste Filter: Eine App, die Standort, Kontakte und Werbe-ID gleichzeitig verlangt, ohne dass ihre Funktion das erklärbar macht, ist verdächtig.

Der Test: So prüfst du das Ergebnis

Nach den Änderungen kontrollierst du, was tatsächlich noch sendet, statt dich auf die Einstellung zu verlassen. Auf dem iPhone öffnest du „Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Ortungsdienste" und siehst, welche Apps kürzlich deinen Standort abgerufen haben; der Pfeil in der Statusleiste zeigt aktive Zugriffe 4. Auf Android öffnest du „Einstellungen > Standort > Berechtigungen" und prüfst die letzten Zugriffe pro App.

Danach öffnest du die Verlaufsfunktion deines Kontos, beim Google-Konto die Zeitleiste, und prüfst, ob neue Punkte auftauchen. Taucht nichts Neues auf, ist der Verlauf gestoppt. Bewegst du dich mit ausgeschaltetem Standort und es erscheint trotzdem ein neuer Eintrag, war der Standortzugriff nicht die einzige Quelle, oder eine App fragt weiterhin ab. Dann gehst du zurück zur Berechtigungsliste und suchst den Übeltäter, statt die Lücke hinzunehmen.

Was dein Standort verrät, bevor du ihn freigibst

Warum sich der Aufwand lohnt, zeigen die Fälle, die in der Debatte um Standortdaten den Ton setzen. Stell dir vor, du verbringst zwei Stunden in einem Café, bei Freunden oder in einer Arztpraxis, und findest dich in einer polizeilichen Ermittlung wieder, weil die Standortdaten deines Handys deine Anwesenheit dort belegen. Das ist die Realität von Geofence-Warrants, Durchsuchungsanordnungen, die alle Geräte in einem Gebiet zu einem Zeitfenster erfassen und damit jeden unbeteiligten Passanten zum potenziellen Verdächtigen machen 1.

Das Oberste Gericht der USA hat im Juni 2026 in Chatrie v. United States entschieden, dass der Zugriff auf Standortdaten per Geofence-Warrant eine Durchsuchung im Sinne des Vierten Verfassungszusatzes ist und verfassungsrechtlichen Schutz verlangt. Das Urteil bestätigt und erweitert die Leitentscheidung Carpenter aus dem Jahr 2018 3. Damit ist aber nur ein Teil des Problems geregelt: Dieselbe Standorterfassung nutzen kommerzielle Datenbroker in einem weitgehend unregulierten Markt. Sie sammeln, bündeln und verkaufen physische Standortdaten an jeden, der mit Kreditkarte zahlt, Behörden eingeschlossen 1.

Die Folgen sind konkret. Eine gegen LGBTQ-Rechte gerichtete Gruppe kaufte für Millionenbeträge App-Standortdaten, um Priester über mehrere Diözesen hinweg zu verfolgen, und nutzte Standortsignale der Dating-App Grindr, um einen Priester öffentlich zu machen 1. Datenschutz-Aktivisten, die sich als Privatdetektive ausgaben, erhielten Zugriff auf das Tracking-Tool Locate X des Anbieters Babel Street und zeigten, wie es ein Gerät von Alabama, wo Abtreibung verboten ist, bis zu einer Klinik in Florida verfolgte 2. Der Broker Near Intelligence verkaufte präzise Standortdaten von Besuchern reproduktionsmedizinischer Kliniken direkt an politische Gruppen 1. Standortdaten wurden genutzt, um US-Militärpersonal in Kriegsgebieten zu lokalisieren, und Demonstranten wurden über Standortdaten aus Echtzeit-Werbeauktionen verfolgt 1.

Diese Fälle sind US-amerikanisch, aber die Technik ist dieselbe, die auch hierzulande läuft: Eine „kostenlose" App, die deinen Weg aufzeichnet und ihn an einen Datenbroker verkauft, funktioniert diesseits und jenseits des Atlantiks gleich.

datenschutz praxis – Illustration 2

Der Stand der Regulierung: fünf Staaten, ein Urteil

Rechtlich hat sich im letzten Jahr etwas bewegt. Fünf US-Bundesstaaten, Connecticut, Maryland, New Jersey, Oregon und Virginia, haben neue Verbraucherschutzgesetze verabschiedet, die Standort-Tracking einschränken 1. Die EFF, die das Thema seit Jahren begleitet, wertet das als Fortschritt, benennt aber zugleich die Lücken, die weiter bestehen 1.

Zwei Stärken teilen alle fünf Gesetze. Erstens verbieten alle fünf den Verkauf präziser Standortdaten. Das nimmt dem Markt den Anreiz, diese Daten überhaupt erst zu sammeln und zu speichern 1. Zweitens definieren alle fünf den geschützten Datenbestand breit: Sie schützen sämtliche Standorte in einem bestimmten Umkreis um eine Person oder ihr Gerät, statt sich auf eng gefasste „sensible" Orte zu beschränken 1.

Diese zweite Stärke ist der eigentliche Fortschritt. Kaliforniens A.B. 45 von 2025 etwa – ein Entwurf, der bislang nicht Gesetz wurde – beschränkt Standort-Tracking nur innerhalb von 1.850 Fuß, rund 560 Metern, um ein Familienplanungszentrum 1. Das ist zu wenig: Reist jemand über Bundesstaatsgrenzen zu einer Behandlung, kann ein Datenbroker die Route bis an die Grenze der Schutzzone verfolgen und sie unmittelbar nach Verlassen wieder aufnehmen. Damit lässt sich das Ziel leicht erschließen 1. Der Schutz aller Standorte, nicht nur ausgewählter, ist der Unterschied zwischen einer Lücke und einer Regel.

Wie weit die fünf Gesetze über das Verkaufsverbot hinaus gehen, unterscheidet sich deutlich. Marylands Online Data Privacy Act (MODPA) verlangt strenge Datenminimierung: Ein Verantwortlicher darf präzise Standortdaten nur verarbeiten, wenn es „streng notwendig" ist, um einen vom jeweiligen Verbraucher angeforderten Dienst zu erbringen 1. Connecticut verlangt eine starke Einwilligung vor der Verarbeitung, verbunden mit einer schwächeren Minimierungsregel, die Verarbeitung müsse „angemessen notwendig" für den Zweck sein; die starke Einwilligung wird dadurch nicht geschwächt 1. New Jersey verlangt eine Einwilligung für die Verarbeitung präziser Standortdaten 1. Virginia regelt Minimierung und Einwilligung nur für bekannte Kinder und nur für die Erhebung, mit der weichen Formel „angemessen notwendig" 1. Oregon beschränkt sich über das Verkaufsverbot hinaus auf keine weitere Verarbeitungsgrenze 1.

Der Maßstab: sechs Kriterien für ein wirksames Gesetz

Die EFF hat im ersten Teil dieser Serie sechs Kernprinzipien formuliert, die ein Standort-Datenschutzgesetz erfüllen sollte: klare Definitionen, klare Regeln, die Einordnung aller präzisen Standortdaten als sensibel, die Stärkung der Verbraucher über eine private Klagemöglichkeit, ein Verbot von Pay-for-Privacy und Transparenz durch verständliche Datenschutzerklärungen 1. Diese sechs Punkte sind als Checkliste übertragbar, auch wenn du kein Gesetz schreibst: Sie beschreiben, was „wirksamer Schutz" überhaupt heißt, und du kannst sie auf jede App, jede Datenschutzerklärung und jeden Gesetzesentwurf anwenden.

Zwei dieser Kriterien entscheiden in der Praxis darüber, ob eine Regel hält oder nur gut klingt. Das erste ist die private Klagemöglichkeit. Ein Datenschutzgesetz ohne eigenes Klagerecht ist ein Gesetz ohne Zähne, argumentiert die EFF: Keines der fünf neuen Gesetze räumt Verbrauchern ausdrücklich das Recht ein, Unternehmen bei Verstößen direkt zu verklagen 1. Wo nur Behörden klagen dürfen, entsteht ein Flaschenhals, denn keine Aufsichtsbehörde hat Personal und Budget, um jeden Verstoß zu prüfen; behördliche Prioritäten verschieben sich außerdem mit politischen Mehrheiten 1. Der wirksame Weg ist eine eigenständige Klagemöglichkeit direkt im Gesetz, ergänzt um gesetzlichen Schadensersatz für nichtwirtschaftliche Schäden und ein Verbot zwingender Schiedsverfahren 1.

Das zweite Kriterium ist das Verbot von Pay-for-Privacy. Wer den Schutz seiner Daten als Premium-Option verkauft, macht Privatsphäre zum Luxus für die, die es sich leisten können 1. Ein Gesetz, das die Verarbeitung ohne Einwilligung verbietet, muss deshalb auch verbieten, dass das Unternehmen demjenigen, der die Einwilligung verweigert, einen höheren Preis berechnet. Genau dort haken die neuen Gesetze: Connecticut, New Jersey und Virginia verbieten zwar die Diskriminierung von Kunden, die nicht einwilligen, lassen aber ein breites Schlupfloch für Rabattprogramme offen. Keines der drei Gesetze hindert diese Programme daran, die Kundendaten ihrerseits an Dritte zu verkaufen 1. Der bessere Ansatz steht im Gesetzentwurf aus Illinois und Massachusetts: das Schlupfloch ganz streichen 1.

Wo die neuen Gesetze noch löchrig sind

Über die fehlende Klagemöglichkeit und das Rabatt-Schlupfloch hinaus bleibt eine dritte Baustelle: Dark Patterns. Jedes Gesetz, das auf Einwilligung baut, muss auch die Techniken verbieten, die diese Einwilligung unterlaufen. Connecticuts Definition von Einwilligung schließt Dark Patterns ausdrücklich aus, als Benutzeroberflächen, die darauf angelegt sind, Autonomie und Entscheidungsfreiheit zu untergraben, einschließlich der Praktiken, die die US-Handelsbehörde FTC als Dark Patterns führt 1. Andere einwilligungsbasierte Regeln müssen nachziehen, sonst bleibt die Einwilligung eine Formalie, die sich durch einen vorausgefüllten Haken oder eine als Pflicht getarnte Zustimmung aushebeln lässt 1.

Die Unterschiede bei der Datenminimierung zeigen, wie groß die Spanne zwischen den Gesetzen ist. Marylands „streng notwendig" ist die härteste Formel: Sie legt die Pflicht dorthin, wo sie hingehört, zum verarbeitenden Unternehmen, und bindet die Notwendigkeit an das, was der konkrete Verbraucher angefragt hat, nicht an einen hypothetischen Durchschnittskunden oder an die eigenen Geschäftszwecke 1. Virginias „angemessen notwendig" ist dagegen weich, das streicht selbst die EFF als Stelle heraus, an der das Wort „angemessen" besser durch „streng" ersetzt würde 1. Diese Abstufung ist kein Detail, sondern das Werkzeug, mit dem sich ein Gesetz später auseinandernehmen oder eben nicht auseinandernehmen lässt.

Standortdaten und DSGVO: deine Rechte in Deutschland

Für dich in Deutschland stellt sich die Frage, was von all dem hier gilt. Die DSGVO kennt keinen eigenen Standort-Datenschutz wie die neuen US-Gesetze, behandelt Standortdaten aber regelmäßig als personenbezogene Daten, sobald sie Rückschlüsse auf eine bestimmte Person zulassen 5. Erfasst werden sie über Mobilfunk, WLAN, Bluetooth und GPS, und zusammen ergeben sie ein Bewegungsprofil, das sich einer Person zuordnen lässt 5. Wer diese Daten verarbeitet, braucht dafür eine Rechtsgrundlage, muss den Zweck nennen und darf nicht mehr erheben, als nötig ist.

Dein praktischer Hebel ist ein anderer als in den USA: Wo ein US-Bundesstaat erst eine private Klagemöglichkeit schaffen muss, gibt dir die DSGVO bereits Auskunfts- und Löschrechte gegenüber jedem Verantwortlichen, der deine Standortdaten verarbeitet. Der Nachteil ist der Vollzug. Dass Aufsichtsbehörden personell und budgetär an ihre Grenzen stoßen, ist kein US-Spezifikum, sondern dieselbe Engstelle, die die EFF für die amerikanischen Generalstaatsanwälte beschreibt 1. Diese Übertragung ist meine Einschätzung, kein Gesetzestext, aber sie folgt derselben Logik: Ein Recht, das du nicht ohne Behörde durchsetzen kannst, wirkt nur so stark wie die Behörde, die dahintersteht.

Für die Praxis heißt das: Nutze die Rechte, die du hast, statt auf ein besseres Gesetz zu warten. Verlangst du bei einem Anbieter Auskunft darüber, welche Standortdaten er über dich verarbeitet, muss er antworten; die DSGVO kennt dieses Recht unabhängig davon, ob das Unternehmen in Kalifornien, Connecticut oder München sitzt – sofern es seine Dienste an Menschen in der EU richtet oder ihr Verhalten überwacht (Art. 3 DSGVO). Gleichzeitig gilt die Checkliste aus dem US-Diskurs auch hier: Eine App oder ein Dienst, der „Pay-or-Okay" betreibt, deine Einwilligung mit vorausgefüllten Zustimmungen erschleicht oder Datenminimierung nicht einmal erwähnt, verhält sich nicht anders, nur weil die Rechtsgrundlage DSGVO heißt.

Checkliste: woran du wirksamen Schutz erkennst

Zum Abschluss die Entscheidungskriterien, kompakt. Prüfe eine App, eine Datenschutzerklärung oder einen Gesetzentwurf auf diese Punkte:

  • Verkaufsverbot: Werden präzise Standortdaten vom Verkauf ausgenommen, oder nur „sensible" Orte geschützt? Nur ein Schutz aller Standorte hält 1.
  • Minimierung: Steht „streng notwendig" im Text, oder nur „angemessen notwendig"? Das Wort entscheidet über die Auslegung 1.
  • Klagemöglichkeit: Kannst du selbst klagen, oder nur eine Behörde? Ohne eigenes Klagerecht bleibt die Regel anfällig für wechselnde Behörden-Prioritäten 1.
  • Pay-for-Privacy: Gibt es ein Rabatt-Schlupfloch, das deine Daten trotzdem zum Verkauf freigibt? Ein sauberes Gesetz streicht es 1.
  • Dark Patterns: Ist die Einwilligung so definiert, dass manipulative Oberflächen sie ungültig machen 1?

Und für dein eigenes Gerät, zusammengefasst in einer Reihenfolge: Ortungsdienste pro App auf das Nötigste setzen, Systemdienste und „Wichtige Orte" abschalten, Werbe-ID löschen, den Standortverlauf ausschalten und leeren, dann mit einem Blick in die Berechtigungsliste und die Verlaufsfunktion prüfen, ob tatsächlich nichts Neues mehr gesammelt wird. Wer nur den Schalter in einer App umlegt, hat den Standort nicht ausgestellt, sondern nur einen von mehreren Zugängen geschlossen 4, 5.

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Weiterführende Artikel

Entscheidungshilfe: Wann ist das sinnvoll?

Eher sinnvoll, wenn du datenschutz praxis nicht nur als Nachricht lesen willst, sondern eine praktische Einordnung brauchst: Was ändert sich, wen betrifft es und welche nächsten Schritte sind realistisch?

Eher abwarten, wenn die Quellenlage noch dünn ist, wichtige technische Details fehlen oder der Nutzen nur aus Hersteller- oder Projektversprechen besteht. Dann ist Beobachten besser als vorschnelles Umstellen.

Worauf du achten solltest: konkrete Verfügbarkeit, nachvollziehbare Kosten, offene Einschränkungen, Sicherheits- oder Datenschutzfolgen und belastbare Quellen statt bloßer Ankündigungen.

Häufige Fragen

Was beantwortet dieser Beitrag zu Datenschutz-Praxis: Standort-Tracking auf dem Handy reduzieren?

Er ordnet die genannten Quellen ein und übersetzt sie in Prüfpunkte für die eigene Entscheidung. Er ersetzt keine individuelle Planung, Beratung oder Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Welche Angaben sollte ich vor einer Entscheidung selbst prüfen?

Entscheidend sind die eigenen Verbrauchs- und Nutzungsdaten, Kosten, technische Voraussetzungen und die aktuell geltenden Regeln. Die Quellen am Ende zeigen, welche Aussagen aus der Meldung stammen und wo die Grenzen der Einordnung liegen.

Sind die genannten Zahlen auf jeden Haushalt übertragbar?

Nein. Umfrage- und Marktwerte beschreiben Gruppen oder Zeitpunkte. Ob eine Maßnahme im Einzelfall passt, hängt von den konkreten Voraussetzungen vor Ort ab.

Grenzen der Einordnung

Die zitierten Daten beschreiben eine Erhebung beziehungsweise einen allgemeinen Markt- oder Regelungsstand. Sie ersetzen weder eine technische Prüfung noch eine individuelle Kostenrechnung. Änderungen bei Preisen, Förderung, Netzentgelten oder Vorgaben können das Ergebnis beeinflussen; daher sollten Leserinnen und Leser die Primärquellen vor einer konkreten Entscheidung erneut prüfen.

Transparenzhinweis

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und automatisiert auf Quellen, Fakten und Qualitätskriterien geprüft.

Quellen

[1] EFF: Privacy on the Map (Part 2): Progress, Pitfalls, and the Fight for Enforceable Location Data Protections

[2] EFF: Privacy on the Map: How States Are Fighting Location Surveillance

[3] SCOTUSblog: Court rules that law enforcement’s use of “geofence warrant” was a search

[4] EFF: Surveillance Self-Defense

[5] DGD Deutsche Gesellschaft für Datenschutz: DSGVO und Standortdaten

Erstellt mit Hugo
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